Wo Ostsee, Feuchtwiesen und FFH-Gebiet aufeinandertreffen, liegt eine Chance für mehr Naturschutz und mehr Hochwasserschutz. Gemeinsam mit Grünen aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde habe ich mir die Flächen in Strande/Bülk angesehen.
Die Idee zu diesem Termin ist im Nachgang meiner Veranstaltung „Auf der Suche nach neuen Naturschutzgebieten“ entstanden. Im Mittelpunkt standen das FFH-Gebiet an der Küste und die angrenzenden, rund 28 Hektar großen sogenannten „Salzwiesen“.

Anders als der Name vermuten lässt, werden die „Salzwiesen“ bislang nicht von der Ostsee, sondern mit Süßwasser aus der Freidorfer Au und dem Schöpfgraben versorgt. Einen Zugang zum Meer gibt es nicht.
Das Areal der „Salzwiesen“ könnte dauerhaft wieder vernässt werden, in Trockenperioden ist das bisher nicht gelungen. Zudem bietet eine größere, zusammenhängende geschützte Fläche Lebensraum für Arten, die auf Küstenfeuchtgebiete angewiesen sind und puffert gleichzeitig die Folgen des Klimawandels ab.
Aus der Begehung nehme ich mehrere Wünsche und auch konkrete Vorschläge mit:
- Ein Wehr zur Ostsee, damit bei Hochwasser Meerwasser einströmen kann und die Wiedervernässung auch in trockenen Sommern gelingt.
- Ein Klimadeich (Sommerdeich) am westlichen Rand der Fläche, der bei Extremhochwasser den bebauten östlichen Ortsteil schützt. So würde die Fläche zum Retentionsraum. Hier zeigt sich, wie gut Naturschutz und Küstenschutz zusammenpassen können.
- Weniger Autoverkehr und weniger Parkplätze – dafür mehr entsiegelte Fläche und mehr Vorfahrt für Radfahrer*innen.

Herzlichen Dank an alle, die die Begehung organisiert und ihr Wissen über das Gebiet mit mir geteilt haben!