Die sitzungsfreie Zeit hieß für mich auch in diesem Sommer wieder: Sommertour! Fünf Tage war ich in ganz Schleswig-Holstein unterwegs, um mich mit den Menschen auszutauschen, die sich tagtäglich für unsere Flüsse, Bäche und Seen einsetzen. Von Naturschutzverbänden über Angelvereine bis hin zu Wissenschaft, Umweltbildung und Tourismus – überall wurde deutlich: Gesunde Fließgewässer sind unverzichtbar für Artenvielfalt, Klimaanpassung und Lebensqualität.
Montag, 06.07.
Zum Auftakt meiner Flusstour ging es an die Wakenitz. Gemeinsam mit Jörg Clement, der seit vielen Jahrzehnten an der Wakenitz lebt und sich für ihren Schutz einsetzt und mit Silke Mählenhoff aus der Lübecker Bürgerschaftsffraktion der Grünen konnte ich und mich über den Zustand der Wakenitz sowie die Herausforderungen für ihre Uferbereiche austauschen. Ein wichtiges Thema waren dabei die zunehmenden Veränderungen der Schilfgürtel.
Anschließend führte mich die Tour zur Wakenitz-Schifffahrt. Im Gespräch mit Inhaber Paul Quandt ging es darum, wie Naturschutz und touristische Nutzung miteinander vereinbart werden können und welche Verantwortung alle Nutzer*innen für unsere Gewässer tragen.
Den Abschluss des ersten Tages bildete ein Austausch mit der Vereinigung der Wakenitzangler. Hier standen die Entwicklung der Fischbestände, die ökologische Qualität der Wakenitz und die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Angelvereinen, Naturschutz und Politik im Mittelpunkt.
Dienstag, 07.07.
Am zweiten Tag stand die Schwentine im Fokus. Los ging es auf dem Campingplatz an der Schwentine in Malente. Gemeinsam mit den Besitzer des Platzes sprachen wir darüber, wie naturnaher Tourismus und Gewässerschutz zusammen gedacht werden können.
Danach ging es mit der Naturschutzgruppe Schwentinental auf einen Spaziergang entlang der Schwentine. Dabei wurde deutlich, wie wichtig das Engagement Ehrenamtlicher für den Erhalt unserer Fließgewässer ist. Gemeinsam diskutierten wir über Renaturierung, Artenvielfalt und den Schutz wertvoller Uferbereiche.
Zum Abschluss besuchte ich Casten Pusch von der NABU-Landesstelle Wasser am Campingplatz Spitzenort in Plön. Auch dabei waren Wibke Müller, Projektmitarbeiterin Landesstelle Wasser, und Fritz Heydemann, Vorsitzender des NABU PLön. In Spitzenort konnten wir uns eine Sohlgleite ansehen, die im Rahmen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie errichtet wurde und die Durchgängigkeit der Schwentine für wandernde Fischarten wiederherstellt. Gleichzeitig wurde hier eindrucksvoll gezeigt, wie Gewässerschutz, Umweltbildung und naturnaher Tourismus miteinander verbunden werden können.
Mittwoch, 08.07.
Der dritte Tag führte mich zunächst nach Pinneberg zum NABU. Gemeinsam mit dem Biologen Ludwig Tent sowie Katrin und Hildegard von den Pinneberger Grünen tauschten wir uns über den Zustand der Fließgewässer im Kreis, vor allem der Pinnau und der Appener Au, sowie über aktuelle Naturschutzmaßnahmen aus.
Anschließend ging es in den Wildpark Eekholt. Neben spannenden Gesprächen über Umweltbildung und Gewässerschutz wurde deutlich, welche wichtige Rolle außerschulische Lernorte dabei spielen, Menschen für den Schutz unserer Natur zu begeistern.
Den Abschluss bildete ein Besuch bei den Itzehoer Wasser-Wanderern an der Stör. Im Mittelpunkt stand hier die Frage, wie Wassersport und Naturschutz gemeinsam gelingen können und welche Verantwortung auch Freizeitnutzer*innen für unsere Flüsse tragen.
Donnerstag, 09.07.
Am vierten Tag stand die Schwartau im Mittelpunkt. Gemeinsam mit dem Angelsportverein Bad Schwartau besichtigte ich einen renaturierten Gewässerabschnitt. Neben den Erfolgen der Renaturierung wurde auch über das kürzlich aufgetretene Fischsterben infolge einer Gewässerverunreinigung gesprochen. Solche Ereignisse zeigen, wie empfindlich unsere Fließgewässer sind und wie wichtig konsequenter Gewässerschutz bleibt.
Danach führte mich die Tour zur Gesellschaft für Freilandökologie und Naturschutzplanung (GFN). Dort tauschten wir uns über das landesweite Fischmonitoring im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie aus. Die erhobenen Daten liefern wichtige Erkenntnisse darüber, wie es unseren Fließgewässern geht und wo weiterer Handlungsbedarf besteht.
Freitag, 10.07.
Der letzte Tag meiner Flusstour führte mich in die Obere Treenelandschaft. Gemeinsam mit dem Naturschutzverein Obere Treenelandschaft unternahmen wir eine Wanderung rund um den Treßsee und sprachen über die Bedeutung naturnaher Fließgewässer und Auenlandschaften.
Zum Abschluss stand ein ausführlicher Termin mit der Treenegemeinschaft auf dem Programm. An mehreren Stationen entlang der Treene ging es um Maßnahmen zur Verbesserung der Durchgängigkeit für wandernde Fischarten, die Aufwertung der Gewässerstruktur, die Anlage von Laichplätzen sowie um die Frage, wie Fischschutz und Gewässerentwicklung künftig noch besser zusammen gedacht werden können.
Ich danke allen, die sich Zeit für den Austausch genommen haben. Die Flusstour hat mir einmal mehr gezeigt, mit wie viel Fachwissen und Engagement sich Menschen in Schleswig-Holstein für unsere Flüsse und Bäche einsetzen.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass wir noch vor großen Herausforderungen stehen. Klimawandel, Nährstoffeinträge, Gewässerverbauungen und die Folgen jahrzehntelanger Eingriffe belasten viele unserer Fließgewässer bis heute. Umso wichtiger ist es, Renaturierungen konsequent fortzusetzen, die Wasserrahmenrichtlinie weiter umzusetzen und den natürlichen Wasserhaushalt zu stärken.
Ich nehme viele spannende Eindrücke und Anregungen mit nach Kiel und freue mich darauf, diese Erfahrungen in meine politische Arbeit einzubringen.